NAR-Seminar

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14. Juli 2016, 17 - 19 Uhr, Neue Universität, Grabengasse 3, 69117 Heidelberg

Thema: „Wohin im Alter?“ - Ältere Migranten in Deutschland und Deutsche, die ihr Glück im Ausland suchen

 

 

Schimany, Peter

Apl. Prof. Dr. Peter Schimany
Herkunftsländeranalysen, Internationale Forschungskontaktstelle, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg

Ältere Migranten – Rückkehr oder Verbleib?

Ältere Menschen sind im Zuge des gesellschaftlichen und demographischen Wandels schon länger Thema wissenschaftlicher und politischer Diskussionen. Dagegen erfahren ältere Migranten erst in jüngster Zeit verstärkte Aufmerksamkeit. Ausschlaggebend für das gestiegene Interesse ist zum einen die Zunahme von Zahl und Anteil älterer Menschen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung, zum anderen die häufig prekäre Lebenssituation im Alter. Vor diesem Hintergrund stellen sich Fragen nach dem Altsein und Altwerden in der Fremde. Ein geringer Teil der Migranten hat Rückkehrabsichten und realisiert diese auch im Alter. Bisher sind mit dem Eintritt ins Rentenalter der ersten Generation aber keine größeren Rückwanderungen erfolgt. Anzunehmen ist, dass auch in Zukunft der Großteil an älteren Migranten vor allem aus familiären Gründen in Deutschland verbleibt.​

 

Terzcan New Kl

Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin
Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld

Situation und Bedürfnisse türkischstämmiger pflegender Angehöriger von demenzerkrankten Menschen

MigrantInnen, die im Rahmen der Anwerbeabkommen u.a. aus der Türkei nach Deutschland migriert sind, kommen in ein Alter, in dem chronische Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit wahrscheinlicher werden. Pflegebedürftige türkeistämmige Menschen werden in der Regel ausschließlich durch Familienangehörige in der Häuslichkeit gepflegt; unterstützende Leistungen zur Pflege werden selten in Anspruch genommen. Der Vortrag gibt einen Überblick über Pflegesituation und -erwartungen türkeistämmiger Menschen, fokussiert hierbei insbesondere an Demenz Erkrankte und ihre Angehörigen und schließt mit einer Darstellung notwendiger Maßnahmen auf gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und politischer Ebene um die Situation türkeistämmiger Demenzerkrankter und ihrer pflegenden Angehörigen zu verbessern.

 

Schweppe Cornelia

Prof. Dr. Cornelia Schweppe
Institut für Erziehungswissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Liebe, Sex und Pflege – Thailand als transnationaler Raum für das Alter(n) in der Ferne

Der Vortrag wird sich mit der Ruhestandsmigration nach Thailand beschäftigen, die mittlerweile ein enormes Ausmaß angenommen hat. Ruhestandmigration nach Thailand ist mehrheitlich männlich und in vielfältiger Weise mit dem Prostitutionsmilieu in Thailand verbunden. Was sind die Gründe, die Männer im Alter nach Thailand führen? Und was prägt ihre Erfahrungen dort? Der Vortrag gibt Einblicke in die transnationalen Verflechtungen dieses Ruhestandsmigrationstyps, die aus Begrenzungen und Restriktionen von Alter(n)sperspektiven in Deutschland (und anderen Ländern des „globalen Norden“) einerseits und den Verheißungen Thailands anderseits resultieren und in globale Ungleichheitsrelationen eingebettet sind.

 

 

 

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(mit Möglichkeit zum Videovortrag)

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 06.06.2016
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