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Eröffnungskongress des Graduiertenkollegs Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus

 

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Do, 13. Oktober 2016, 9.30 – 17.00 Uhr, Alte Aula, Universität Heidelberg, 69117 Heidelberg

Das Graduiertenkolleg Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus wurde im Februar 2016 am Netzwerk Alternsforschung an der Universität Heidelberg gegründet. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther, Prof. Dr. Jürgen M. Bauer und Dr. Birgit Teichmann. Ziel des Graduiertenkollegs ist die Erforschung innovativer Ansätze für den Umgang mit Demenz im Akutkrankenhaus. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kolleg sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Förderung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz während und nach dem Aufenthalt im Akutkrankenhaus erarbeitet werden. Die Referenten des Kongresses sind Mitglieder des Graduiertenkollegs Demenz.

 

Grußwort

  • Prof. Dr. Beatrix Busse, Prorektorin für Studium und Lehre der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther, Direktor Netzwerk AlternsfoRschung Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Direktor Institut für Gerontologie Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Jürgen M. Bauer, Ärztlicher Direktor Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg
     

Moderation

  • Dr. Birgit Teichmann, Wissenschafts-Management Netzwerk AlternfoRschung Universität Heidelberg
     

Programm

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – psychologische, ethische und juristische Aspekte

Hans-Werner
 Wahl10.00 Uhr
Alte Menschen mit kognitiven Einschränkungen im Akutkrankenhaus: Psychologische Aspekte

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl, Universität Heidelberg

Ältere Menschen (mit kognitiven Einschränkungen) bestimmen zunehmend die Versorgungsrealität im Akutkrankenhaus. Aber sind sie schon wirklich in diesem Versorgungsformat angekommen? Ja und Nein, so lautet meine These. Vor allem spricht die einschlägige psychologische Forschung dafür, dass die Gefahr von "Ageism" im Akutkrankenhaus noch keinesfalls gebannt ist. Alte Menschen mit Demenz sind wahrscheinlich im Akutkrankenhaus die am stärksten negativ stereotypisierte Gruppe. Anhand eines Rahmenmodells werden Forschungsfragen für die Zukunft abgeleitet.

 

 

Frölich Kl10.30 Uhr
Die Einwilligungsfähigkeit von älteren Patienten mit kognitiven Störungen im Akutkrankenhaus

Prof. Dr. Lutz Frölich, ZI, Mannheim

Einwilligungsfähigkeit ist ein rechtlicher Begriff, der beschreibt, ob ein Mensch in der Lage ist, in die Verletzung eines Rechtsguts, nämlich der körperlichen Unversehrtheit bei medizinischen Maßnahmen, einzuwilligen. Einwilligungsfähigkeit bezieht sich immer auf eine bestimmte medizinische Maßnahme, und deren Beachtung im medizinischen Kontext ergibt sich aus der Achtung vor dem Selbstbestimmungsrecht des Patienten und dient der Wahrung seiner Selbstverantwortung und der Förderung von Kooperationswilligkeit. Um das Einverständnis des Patienten in eine medizinische Maßnahme zu erlangen, hat sich das Vorgehen der „informierten Einwilligung“ als Standard bewährt. Eine Demenz beeinträchtigt und zerstört in ihrem Verlauf die Einwilligungsfähigkeit des Betroffenen. Bei älteren Patienten mit kognitiven Störungen bestimmt der Schweregrad der kognitiven Störung, die Art der Demenerkrankung ebenso wie die Komplexität der medizinischen Maßnahme im Einzelfall, ob ein Patient einwilligungsfähig ist oder nicht. Hieraus ergeben sich praktisch relevante Forschungsperspektiven und Fragestellungen.
Diese sollten von einer ärztlich-pragmatischen Haltung geprägt sein, wie medizinisches Handeln zum Nutzen der demenzkranken Patienten möglich bleiben kann, ohne ethische Grundprinzipien zu verletzen.

 

Klie Kl11.00 Uhr
Freiheitsentziehende Maßnahmen bei geriatrischen Patienten im klinischen Alltag

Prof. Dr. Thomas Klie, Evangelische Hochschule Freiburg

Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Langzeitpflege stehen seit Jahren auf der Agenda des Pflege- und Erwachsenenschutzrechtes. Das Thema ist in der klinisch-geriatrischen Versorgung ebenso relevant, jedoch weit weniger Gegenstand von Forschungsaktivitäten und interdisziplinärer Bemühungen zur Vermeidung unnötiger Freiheitseinschränkungen.

 

 

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – Aspekte medizinischer Diagnostik und Therapie

Brenner Kl11.30 Uhr
Demographische und epidemiologische Perspektiven

Prof. Dr. Hermann Brenner, DKFZ, Heidelberg

Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle und die aufgrund der demographischen Entwicklung zu erwartenden epidemiologischen Daten zur Demenz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Häufigkeit und der Bedeutung von Demenzerkrankungen bei Krankenhauspatienten. Es folgt eine Vorstellung des epidemiologischen Dissertationsprojekts im Graduiertenkolleg „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“, in dem die für die Verbesserung der Versorgung dieser Menschen relevanten epidemiologischen Daten systematisch erarbeitet werden.

 

 

 

12.00 Uhr Mittagspause

 

Bahrmann Kl13.00 Uhr
Optimierte Versorgung älterer Menschen in der Notaufnahme/ im Akutkrankenhaus

PD Dr. Anke Bahrmann, Universitätsklinikum Heidelberg

Die medizinische Versorgung älterer Menschen stellt eine Herausforderung an das Sozial und Gesundheitssystem dar. Notaufnahmen und Akutkrankenhäuser sind oft nicht auf Orientierungsstörungen sowie Verhaltensveränderungen demenzerkrankter Menschen ausgerichtet.  Der Vortrag soll einen Überblick über die speziellen Bedürfnisse eines geriatrischen bzw. insbesondere eines demenzerkrankten Patienten geben und wie diesen in der klinischen Versorgung im Akutkrankenhaus begegnet wird. Im Folgenden wird das zugehörige Dissertationsthema vorgestellt.

 

 

Burkhardt Kl13.30 Uhr
Prävention und Therapie des Delirs im Akutkrankenhaus

PD Dr. Heinrich Burkhardt, Universitätsmedizin Mannheim

Im Vortrag wird eine kurze Übersicht über Häufigkeit und Bedeutung des Delirs gegeben. Neben einem Blick auf die Ursachen und die meist multifaktorielle Genese bei älteren Menschen im Krankenhaus, wird besonders auf die Möglichkeiten der Prävention eingegangen. Hier spielen die Team-gestützten Interventionen eine große Rolle, konnten aber bislang noch nicht flächendeckend im Krankenhaus umgesetzt werden. Als weiterer wichtiger Punkt wird die Bedeutung von Medikamenten sowohl bei der Entstehung des Delirs wie auch bei seiner Behandlung beleuchtet.

 

 

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – Aspekte der Frührehabilitation

1 Platzhalter14.00 Uhr
Potentiale der Frührehabilitation bei geriatrischen Patienten

Prof. Dr. Clemens Becker, Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart

Die Behandlung Demenzkranker im Akutkrankenhaus ist mit erheblichen Risiken verbunden. Neben iatrogenen und nosokomialen Risiken ist die Immobilisation und unzureichende Mobilisation ein ungelöstes Problem in den meisten Kliniken. Die gegenwärtigen Finanzierungsmodelle sind teilweise dysfunktional. Grundlegende Interventionsprinzipien der Dauer, Inhalte, Intensität und Frequenz werden vernachlässigt oder ignoriert. Der Vortrag stellt neue Forschungsansätze vor und analysiert die Rahmenbedingungen, in denen eine sinnvolle Frührehabilitation möglich wäre.

  

 

Bauer Kl14.30 Uhr
Warum braucht es das Konzept einer Frührehabilitation für Patienten mit Demenz im Akutkrankenhaus ?

Prof. Dr. Jürgen M. Bauer, Bethanien Krankenhaus Heidelberg

Der Vortrag beschreibt die Ursachen, die bei älteren Patienten mit Demenz zu einer Krankenhausaufnahme führen, und die damit verbundenen Risiken hinsichtlich einer Verschlechterung ihrer Funktionalität und Selbständigkeit. Ferner werden die hierfür verantwortlichen Mechanismen analysiert und Therapieansätze dargelegt, welche es gestatten sollen, zukünftig einer Verschlechterung der Funktionalität in dieser wichtigen Patientengruppe entgegenzuwirken.

 

 

 

15.00 Uhr Kaffeepause

 

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – Aspekte von Technik, Training und Nachsorge

Tsolaki Kl15.30 Uhr
Remote Computerized Detection of Pre-Clinical Cognitive Disorders - Bridging the Gap Between Cognitive Training and Cognitive Assessment

Prof. Dr. Magda Tsolaki, Aristotle University Thessaloniki

Tests and batteries are becoming shorter and test creators focus on screening for MCI and even for SCI through short, computerized, easy to use tools that can be administered by minimally trained personnel in community medicine services and perhaps being self-administered, having the same validity with neuropsychological batteries. We have experience using “supermarket” virtual reality platform, that we can have very good results both in the assessment of the patients with cognitive decline, but also in computer based cognitive training. We hope that in future we will have the opportunity to use mobile devices to maximize user engagement and adherence  and allow for further commercial and clinical applications of the platforms.

 

 

Metz Kl16.00 Uhr
Mobile geriatrische Rehabilitation

Dr. Brigitte Metz, ViDia - Christliche Kliniken Karlsruhe

Nach einer Lungenentzündung, einem Schlaganfall, einem Schenkelhalsbruch oder einer anderen schweren Erkrankung mit verzögerter Heilung sind ältere Menschen mit Demenz  sehr gefährdet, ihre bisherige Alltagsautonomie zu verlieren. Damit stellt sich häufig die Frage, ob das weitere Verbleiben in der gewohnten häuslichen Umgebung möglich sein wird.Eine  geriatrische Rehabilitation kann dazu beitragen, die verloren gegangenen Fähigkeiten wieder zu üben und die Selbständigkeit zu fördern.  Allerdings besteht eine große Gefahr, dass durch einen Ortswechsel vom Krankenhaus in eine stationäre Reha-Klinik der Mensch mit Demenz in der neuen für ihn fremden Umgebung delirant wird. Hier bietet die mobile geriatrische Rehabilitation eine gute Chance, dauerhafte Hilfs- Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, da sie beim Patienten zu Hause in seiner vertrauten Umgebung stattfindet. Die gegebenen räumlichen Strukturen können idealerweise berücksichtigt werden oder der Wohnraum kann an die individuellen Erfordernisse angepasst werden, Angehörige können angeleitet und als Co-Therapeuten mit einbezogen werden.

 

  • Präventions-, Therapie- und Rehabilitationspotenziale: wie stellt sich die zukünftige Versorgung demenzkranker Menschen dar?

Kruse Andreas

16.30 Uhr
Präventions-, Therapie- und Rehabilitationspotenziale: wie stellt sich die zukünftige Versorgung demenzkranker Menschen dar?

Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Universität Heidelberg

 

 

 

 

 

Flyer  Pdf

In der Mittags- sowie der Kaffeepause sind Sie herzlich zu einem Imbiss in der Bel Etage (1. OG) eingeladen.
* MmD: Menschen mit Demenz

 

Gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Logo Robert Bosch

 

Die Fortbildung wird von der Landesärztekammer Baden-Württemberg mit
7 Fortbildungspunkten (FP) in Kategorie A für das Fortbildungszertifikat anerkannt.

 

Kontakt

Netzwerk AlternsfoRschung
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Partner
Bergheimer Straße 20
69115 Heidelberg

Tel. +49 (0)6221 54 8101
Fax +49 (0)6221 54 8100  
kontakt@nar.uni-heidelberg.de
■­ www.nar.uni-heidelberg.de

 

Anmeldung

■­ Online-Anmeldung
■­ per E-Mail an kongress@nar.uni-heidelberg.de
■­ telefonisch (Mo-Do, 8.00-13.00 Uhr)
■­ mit beiliegendem Formular

Teilnahmegebühren für den Kongress werden nicht erhoben. Verpflegung für die Mittags- und Kaffeepause wird gestellt.
Wir bitten Sie, sich vor dem Eintritt in die Alte Aula im Tagungsbüro anzumelden.
Dieses ist am 13. Oktober 2016 ab 9.00 Uhr geöffnet.

 

Editor: Email
Latest Revision: 2016-10-12
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