Pharmazie

Hoppe G
Liesa Katharina Hoppe, Apothekerin
Netzwerk AlternsfoRschung
Bergheimer Straße 20
69115 Heidelberg

Tel: +49 (0)6221 54 8143
hoppe@nar.uni-heidelberg.de

Fellows: Prof. Dr. Ben Schöttker

 

Risiken eines übermäßigen Gebrauchs von Arzneimitteln in der Selbstmedikation bei älteren Menschen – Untersuchung der Problematik am Beispiel von Abführmitteln und Schmerzmitteln

Durch Analysen, die auf Verschreibungsdaten basieren, wird das Risiko für potenziell schwerwiegende Arzneimittelinteraktionen vermutlich unterschätzt, denn ältere Menschen nehmen häufig zusätzlich zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln noch freiverkäufliche Präparate im Zuge der Selbstmedikation ein, worüber ihre Ärzte oftmals nicht informiert sind. Als Beispiel ist hier die Interaktion von verschreibungspflichtigen Diuretika (z. B. im Rahmen einer Blutdruck-Therapie) mit Arzneimitteln der Selbstmedikation gegen Verstopfung (Abführmittel) zu nennen, denn beide bewirken eine Absenkung des Kaliumspiegels im Blut. Ein daraus resultierender niedriger Kaliumspiegel im Blut kann wiederum das Risiko für Herz-Rhythmus-Störungen und einen Herzinfarkt erhöhen. Ein weiteres Beispiel ist die längerfristige Einnahme von Schmerzmitteln aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAIDs), von denen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Magengeschwüren ausgeht. Diese zwei problematischen Beispiele aus der Selbstmedikation sind besonders bei älteren Menschen relevant, denn die Häufigkeit von chronischer Verstopfung und chronischen Schmerzen steigt in den höheren Altersgruppen bedeutend an.

Das Potential dieser beiden Arzneimittelgruppen für Medikamenteninteraktionen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen ist durchaus bekannt. Allerdings stammen diese Informationen hauptsächlich aus hoch standardisierten klinischen Studien, von denen ältere Menschen oft ausgeschlossen werden. Deshalb werde ich diese beiden problematischen Arzneimittelgruppen in einem Datensatz analysieren, der innerhalb des ambulanten hausärztlichen Settings erhoben wurde ESTHER-Studie und mich dabei besonders auf die Häufigkeit unter Alltagsbedingungen und die klinische Relevanz der Interaktionen konzentrieren. Zu dieser Thematik aus dem Gebiet der Versorgungsforschung stellen sich die folgenden Forschungsfragen: Wie häufig treten solche Medikationsprobleme in der Routineversorgung älterer Menschen in Deutschland tatsächlich auf? Existiert genügend Bewusstsein für diese Risiken in der Selbstmedikation sowohl auf Seiten der Ärzte als auch auf Seiten der Patienten? Wie oft kommt es bei älteren Menschen in diesem Zusammenhang zu klinischen Konsequenzen durch Interaktionen von verschriebenen Medikamenten und Medikamenten der Selbstmedikation? Oder anders ausgedrückt, wie viele Magengeschwüre, Herzinfarkte und frühzeitige Todesfälle könnte man in Deutschland verhindern, würden in Zukunft Arzneimittelinteraktionen mit Abführmitteln und Schmerzmitteln vermieden werden?

 

Kurzlebenslauf

2009 - 2014 Studium der Pharmazie an der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg
11/2014 - 04/2015    Pharmaziepraktikantin in der Löwen-Apotheke, Freiburg
05/2015 - 10/2015 Pharmaziepraktikantin in der Klinik für Klinische Pharmakologie und Toxikologie am Universitätsspital Zürich, Zürich (CH)
12/2015 Approbation zur Apothekerin
seit 02/2016 Doktorandin am Netzwerk Alternsforschung (NAR), Universität Heidelberg

 

 

 

 

 

 

 

kutsubinas: E-Mail
Letzte Änderung: 07.04.2017
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