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Abstracts

Eröffnungskongress 2016
Graduiertenkolleg Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus

Do, 13. Oktober 2016, 9.30 – 17.00 Uhr, Alte Aula, Universität Heidelberg, 69117 Heidelberg
 

Handbild2

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Das Graduiertenkolleg Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus wurde im Februar 2016 am Netzwerk Alternsforschung an der Universität Heidelberg gegründet. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther, Prof. Dr. Jürgen M. Bauer und Dr. Birgit Teichmann. Ziel des Graduiertenkollegs ist die Erforschung innovativer Ansätze für den Umgang mit Demenz im Akutkrankenhaus. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kolleg sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Förderung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz während und nach dem Aufenthalt im Akutkrankenhaus erarbeitet werden. Die Referenten des Kongresses sind Mitglieder des Graduiertenkollegs Demenz.

 

Grußwort

  • Prof. Dr. Beatrix Busse, Prorektorin für Studium und Lehre der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther, Direktor Netzwerk AlternsfoRschung Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Direktor Institut für Gerontologie Universität Heidelberg
  • Prof. Dr. Jürgen M. Bauer, Ärztlicher Direktor Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg
     

Moderation

  • Dr. Birgit Teichmann, Wissenschafts-Management Netzwerk AlternfoRschung Universität Heidelberg
     

Programm

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – psychologische, ethische und juristische Aspekte

Hans-Werner
 Wahl10.00 Uhr
Alte Menschen mit kognitiven Einschränkungen im Akutkrankenhaus: Psychologische Aspekte

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl, Universität Heidelberg

Ältere Menschen (mit kognitiven Einschränkungen) bestimmen zunehmend die Versorgungsrealität im Akutkrankenhaus. Aber sind sie schon wirklich in diesem Versorgungsformat angekommen? Ja und Nein, so lautet meine These. Vor allem spricht die einschlägige psychologische Forschung dafür, dass die Gefahr von "Ageism" im Akutkrankenhaus noch keinesfalls gebannt ist. Alte Menschen mit Demenz sind wahrscheinlich im Akutkrankenhaus die am stärksten negativ stereotypisierte Gruppe. Anhand eines Rahmenmodells werden Forschungsfragen für die Zukunft abgeleitet.

 

 

Frölich Kl10.30 Uhr
Die Einwilligungsfähigkeit von älteren Patienten mit kognitiven Störungen im Akutkrankenhaus

Prof. Dr. Lutz Frölich, ZI, Mannheim

Einwilligungsfähigkeit ist ein rechtlicher Begriff, der beschreibt, ob ein Mensch in der Lage ist, in die Verletzung eines Rechtsguts, nämlich der körperlichen Unversehrtheit bei medizinischen Maßnahmen, einzuwilligen. Einwilligungsfähigkeit bezieht sich immer auf eine bestimmte medizinische Maßnahme, und deren Beachtung im medizinischen Kontext ergibt sich aus der Achtung vor dem Selbstbestimmungsrecht des Patienten und dient der Wahrung seiner Selbstverantwortung und der Förderung von Kooperationswilligkeit. Um das Einverständnis des Patienten in eine medizinische Maßnahme zu erlangen, hat sich das Vorgehen der „informierten Einwilligung“ als Standard bewährt. Eine Demenz beeinträchtigt und zerstört in ihrem Verlauf die Einwilligungsfähigkeit des Betroffenen. Bei älteren Patienten mit kognitiven Störungen bestimmt der Schweregrad der kognitiven Störung, die Art der Demenerkrankung ebenso wie die Komplexität der medizinischen Maßnahme im Einzelfall, ob ein Patient einwilligungsfähig ist oder nicht. Hieraus ergeben sich praktisch relevante Forschungsperspektiven und Fragestellungen.
Diese sollten von einer ärztlich-pragmatischen Haltung geprägt sein, wie medizinisches Handeln zum Nutzen der demenzkranken Patienten möglich bleiben kann, ohne ethische Grundprinzipien zu verletzen.

 

Klie Kl11.00 Uhr
Freiheitsentziehende Maßnahmen bei geriatrischen Patienten im klinischen Alltag

Prof. Dr. Thomas Klie, Evangelische Hochschule Freiburg

Freiheitsentziehende Maßnahmen in der Langzeitpflege stehen seit Jahren auf der Agenda des Pflege- und Erwachsenenschutzrechtes. Das Thema ist in der klinisch-geriatrischen Versorgung ebenso relevant, jedoch weit weniger Gegenstand von Forschungsaktivitäten und interdisziplinärer Bemühungen zur Vermeidung unnötiger Freiheitseinschränkungen.

 

 

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – Aspekte medizinischer Diagnostik und Therapie

Brenner Kl11.30 Uhr
Demographische und epidemiologische Perspektiven

Prof. Dr. Hermann Brenner, DKFZ, Heidelberg

Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle und die aufgrund der demographischen Entwicklung zu erwartenden epidemiologischen Daten zur Demenz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Häufigkeit und der Bedeutung von Demenzerkrankungen bei Krankenhauspatienten. Es folgt eine Vorstellung des epidemiologischen Dissertationsprojekts im Graduiertenkolleg „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“, in dem die für die Verbesserung der Versorgung dieser Menschen relevanten epidemiologischen Daten systematisch erarbeitet werden.

 

 

 

12.00 Uhr Mittagspause

 

Bahrmann Kl13.00 Uhr
Optimierte Versorgung älterer Menschen in der Notaufnahme/ im Akutkrankenhaus

PD Dr. Anke Bahrmann, Universitätsklinikum Heidelberg

Die medizinische Versorgung älterer Menschen stellt eine Herausforderung an das Sozial und Gesundheitssystem dar. Notaufnahmen und Akutkrankenhäuser sind oft nicht auf Orientierungsstörungen sowie Verhaltensveränderungen demenzerkrankter Menschen ausgerichtet.  Der Vortrag soll einen Überblick über die speziellen Bedürfnisse eines geriatrischen bzw. insbesondere eines demenzerkrankten Patienten geben und wie diesen in der klinischen Versorgung im Akutkrankenhaus begegnet wird. Im Folgenden wird das zugehörige Dissertationsthema vorgestellt.

 

 

Burkhardt Kl13.30 Uhr
Prävention und Therapie des Delirs im Akutkrankenhaus

PD Dr. Heinrich Burkhardt, Universitätsmedizin Mannheim

Im Vortrag wird eine kurze Übersicht über Häufigkeit und Bedeutung des Delirs gegeben. Neben einem Blick auf die Ursachen und die meist multifaktorielle Genese bei älteren Menschen im Krankenhaus, wird besonders auf die Möglichkeiten der Prävention eingegangen. Hier spielen die Team-gestützten Interventionen eine große Rolle, konnten aber bislang noch nicht flächendeckend im Krankenhaus umgesetzt werden. Als weiterer wichtiger Punkt wird die Bedeutung von Medikamenten sowohl bei der Entstehung des Delirs wie auch bei seiner Behandlung beleuchtet.

 

 

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – Aspekte der Frührehabilitation

1 Platzhalter14.00 Uhr
Potentiale der Frührehabilitation bei geriatrischen Patienten

Prof. Dr. Clemens Becker, Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart

Die Behandlung Demenzkranker im Akutkrankenhaus ist mit erheblichen Risiken verbunden. Neben iatrogenen und nosokomialen Risiken ist die Immobilisation und unzureichende Mobilisation ein ungelöstes Problem in den meisten Kliniken. Die gegenwärtigen Finanzierungsmodelle sind teilweise dysfunktional. Grundlegende Interventionsprinzipien der Dauer, Inhalte, Intensität und Frequenz werden vernachlässigt oder ignoriert. Der Vortrag stellt neue Forschungsansätze vor und analysiert die Rahmenbedingungen, in denen eine sinnvolle Frührehabilitation möglich wäre.

  

 

Bauer Kl14.30 Uhr
Warum braucht es das Konzept einer Frührehabilitation für Patienten mit Demenz im Akutkrankenhaus ?

Prof. Dr. Jürgen M. Bauer, Bethanien Krankenhaus Heidelberg

Der Vortrag beschreibt die Ursachen, die bei älteren Patienten mit Demenz zu einer Krankenhausaufnahme führen, und die damit verbundenen Risiken hinsichtlich einer Verschlechterung ihrer Funktionalität und Selbständigkeit. Ferner werden die hierfür verantwortlichen Mechanismen analysiert und Therapieansätze dargelegt, welche es gestatten sollen, zukünftig einer Verschlechterung der Funktionalität in dieser wichtigen Patientengruppe entgegenzuwirken.

 

 

 

15.00 Uhr Kaffeepause

 

  • MmD im AKUTKRANKENHAUS – Aspekte von Technik, Training und Nachsorge

Tsolaki Kl15.30 Uhr
Remote Computerized Detection of Pre-Clinical Cognitive Disorders - Bridging the Gap Between Cognitive Training and Cognitive Assessment

Prof. Dr. Magda Tsolaki, Aristotle University Thessaloniki

Tests and batteries are becoming shorter and test creators focus on screening for MCI and even for SCI through short, computerized, easy to use tools that can be administered by minimally trained personnel in community medicine services and perhaps being self-administered, having the same validity with neuropsychological batteries. We have experience using “supermarket” virtual reality platform, that we can have very good results both in the assessment of the patients with cognitive decline, but also in computer based cognitive training. We hope that in future we will have the opportunity to use mobile devices to maximize user engagement and adherence and allow for further commercial and clinical applications of the platforms.

 

 

Metz Kl16.00 Uhr
Mobile geriatrische Rehabilitation

Dr. Brigitte Metz, ViDia - Christliche Kliniken Karlsruhe

Nach einer Lungenentzündung, einem Schlaganfall, einem Schenkelhalsbruch oder einer anderen schweren Erkrankung mit verzögerter Heilung sind ältere Menschen mit Demenz  sehr gefährdet, ihre bisherige Alltagsautonomie zu verlieren. Damit stellt sich häufig die Frage, ob das weitere Verbleiben in der gewohnten häuslichen Umgebung möglich sein wird.Eine  geriatrische Rehabilitation kann dazu beitragen, die verloren gegangenen Fähigkeiten wieder zu üben und die Selbständigkeit zu fördern.  Allerdings besteht eine große Gefahr, dass durch einen Ortswechsel vom Krankenhaus in eine stationäre Reha-Klinik der Mensch mit Demenz in der neuen für ihn fremden Umgebung delirant wird. Hier bietet die mobile geriatrische Rehabilitation eine gute Chance, dauerhafte Hilfs- Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, da sie beim Patienten zu Hause in seiner vertrauten Umgebung stattfindet. Die gegebenen räumlichen Strukturen können idealerweise berücksichtigt werden oder der Wohnraum kann an die individuellen Erfordernisse angepasst werden, Angehörige können angeleitet und als Co-Therapeuten mit einbezogen werden.

 

  • Präventions-, Therapie- und Rehabilitationspotenziale: wie stellt sich die zukünftige Versorgung demenzkranker Menschen dar?

Kruse Andreas

16.30 Uhr
Präventions-, Therapie- und Rehabilitationspotenziale: wie stellt sich die zukünftige Versorgung demenzkranker Menschen dar?

Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse, Universität Heidelberg

 

 

 

 

 

Flyer  Pdf

In der Mittags- sowie der Kaffeepause sind Sie herzlich zu einem Imbiss in der Bel Etage (1. OG) eingeladen.
* MmD: Menschen mit Demenz

 

Gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Logo Robert Bosch

 

Die Fortbildung wird von der Landesärztekammer Baden-Württemberg mit
7 Fortbildungspunkten (FP) in Kategorie A für das Fortbildungszertifikat anerkannt.

 

Kontakt

Netzwerk AlternsfoRschung
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Partner
Bergheimer Straße 20
69115 Heidelberg

Tel. +49 (0)6221 54 8101
Fax +49 (0)6221 54 8100  
kontakt@nar.uni-heidelberg.de
■­ www.nar.uni-heidelberg.de

 

Anmeldung

■­ Online-Anmeldung
■­ per E-Mail an kongress@nar.uni-heidelberg.de
■­ telefonisch (Mo-Do, 8.00-13.00 Uhr)
■­ mit beiliegendem Formular

Teilnahmegebühren für den Kongress werden nicht erhoben. Verpflegung für die Mittags- und Kaffeepause wird gestellt.
Wir bitten Sie, sich vor dem Eintritt in die Alte Aula im Tagungsbüro anzumelden.
Dieses ist am 13. Oktober 2016 ab 9.00 Uhr geöffnet.

 

Kongress 2013
Im Fokus: Menschen mit Demenz - Wenn Praxis und Forschung verbunden werden

Do, 18. April 2013, 10 – 18 Uhr, Neue Aula, Universität Heidelberg, 69117 Heidelberg

 

Alfons Klein
 

Das Graduiertenkolleg Demenz wurde im März 2010 am Netzwerk Alternsforschung an der Universität Heidelberg gegründet. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse und Prof. Dr.Dr. h.c. Konrad Beyreuther. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, der in der Lage ist, das heute noch bestehende Defizit in der Vermittlung demenzbezogener Inhalte zu schließen. Die Forschungsergebnisse sollen praxisrelevant sein und zur Theorieentwicklung sowie zur Verbesserung der Versorgungsqualität und –strukturen beitragen. Die Kollegiaten werden dabei für die Wissenschaft, Praxis und Lehre qualifiziert. Die Referenten des Kongresses sind Mitglieder des Graduiertenkollegs Demenz.

 

Programm

Flyer:  Pdf

 

Eröffnung

10.00 Uhr

  • Prof. Dr. Thomas Rausch - Prorektor für Forschung und Struktur der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Dr. Ingrid Wünning-Tschol - Bereichsdirektorin „Gesundheit und Wissenschaft“ der Robert Bosch Stiftung
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther - Direktor Netzwerk AlternsfoRschung der Universität Heidelberg, Wissenschaftlicher Leiter Graduiertenkolleg Demenz
  • Prof. Dr. Andreas Kruse - Direktor Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg, Wissenschaftlicher Leiter Graduiertenkolleg Demenz

 

I. Menschen mit Demenz in der stationären Langzeitpflege

Einführung: Dipl.-Ing. (FH) Philipp Novotny, M.Sc., Photonik

 

10.30 Uhr            Neues Wissen erfolgreich einführen: Hilfreiche und hinderliche Eigenschaften der Pflegeeinrichtung [Powerpoint-Folien]

Dipl.-Pflegew. (FH) Matthias Hoben, M.Sc. Pflegewiss.Hoben2

Veränderungen und Neuerungen in Pflegeheimen zu implementieren ist ein komplexer, zu weiten Teilen unberechenbarer und schwer zu steuernder Prozess. Zahlreiche Faktoren beeinflussen den Erfolg oder Misserfolg. Von besonderer Bedeutung sind so genannte Organisationsmerkmale wie z.B. Führung, Miteinander im Team, Einrichtungskultur u.ä. Im Gegensatz zu persönlichen Eigenschaften von Individuen sind sie relativ gut beeinflussbar und sie wirken sich auf alle Individuen in der Institution aus. Damit stellen einen vielversprechenden Ansatzpunkt dar, Implementierungsprozesse erfolgreich zu beeinflussen.

 

 

11.00 Uhr            „Den Menschen als Ganzes sehen“: Biografiearbeit aus Sicht der Pflegenden

Dipl.-Pflegew. (FH) Charlotte BerendonkBerendonk

Biografiearbeit – in der Altenpflege in aller Munde und scheinbar seit langem umgesetzt. Sieht man genauer hin, zeigt sich jedoch, dass formale Aspekte wie Informationssammlung mittels eines Biografiebogens überwiegen. Welche Bedeutung die Informationen haben und wie sie kreativ im Pflegealltag genutzt werden könnten, wird selten systematisch reflektiert. Nicht einmal in der Theorie ist einheitlich beantwortet, was unter Biografiearbeit zu verstehen ist. Wenig ist darüber bekannt, was Pflegende darunter verstehen, wie sie diese mit Menschen mit Demenz umsetzen und wie sie ihr Entscheiden und Handeln begründen. Dies mittels Interviews in Pflegeheimen herauszufinden, ist Ziel dieses Projekts.  

 

 

11.30 Uhr            Palliative Care von Menschen mit Demenz: Erkennen, Deuten, Entscheiden in Ungewissheit [Powerpoint-Folien]

Dipl.-Geront., Dipl.-Pflegew. (FH) Esther BerkemerBerkemer2

Die palliative Praxis bei Menschen mit Demenz in der stationären Langzeitpflege stellt die in der Pflege und Betreuung tätigen Berufsgruppen, insbesondere Pflegende und Ärzte, vor große Herausforderungen. Das frühzeitige Erkennen und Interpretieren von Symptomen durch Pflegende und die erforderlichen Entscheidungsprozesse im Hinblick auf eine palliative Ausrichtung sind bedeutsam für die Anwendung eines professionellen Handlungsrepertoires und die Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz. Es werden erste Ergebnisse aus einer Grounded Theory Studie zur Entscheidungsfindung hin zu einer palliativen Versorgung aus Sicht der professionell Pflegenden vorgestellt und diskutiert.

 

Fazit: Dipl.-Biol. Carsten Rupp

 

12.10 Uhr - 13.10 Uhr    Mittagspause

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II. Menschen mit Demenz in der eigenen Häuslichkeit

Einführung:  Dipl.-Soz. Stephanie Schmidt, M.mel.

 

13.10 Uhr            Ernährung: Herausforderung bei Demenz im häuslichen Umfeld [Video 23 Min.], [Powerpoint-Folien]

Gabrielle Sieber, M.Sc. Pflegewiss.Sieber

Eine der zentralen Aufgaben in der täglichen Betreuung von Menschen, die von einer Demenz betroffen sind, ist eine angemessene Ernährung in den verschiedenen Krankheitsstadien zu gewährleisten. Das Ringen um`s Essen ist auch ein Ringen um Genuss , um zwischenmenschliche Beziehung und letztlich um die Sorge, eine Mangelernährung zu verhindern oder eine Übertherapie zu vermeiden. In diesem Vortrag wird zum einen die Ernährungssituation von zu Hause lebenden Demenzkranken und deren pflegenden Angehörigen dargestellt. Zum anderen wird besprochen, welche Herausforderungen pflegende Angehörige  während den gemeinsamen Mahlzeiten erleben.

 

 

13.40 Uhr            Leben und Lieben mit Demenz: Schwierigkeiten und Möglichkeiten in der Zweisamkeit [Video 26 Min.], [Powerpoint-Folien]

Dipl.-Päd. Florian BödeckerBoedecker22

Paare haben heute größere Chancen als je zuvor gemeinsam alt zu werden. Mit dem gemeinsamen Älterwerden steigt allerdings auch das Risiko, daß die Beziehung durch die Demenz eines Partners herausgefordert wird. Welche Probleme kommen auf beide Partner durch die Demenz zu? Wo gibt es auf der anderen Seite Möglichkeiten, Zweisamkeit weiter zu leben? Mit diesen Fragen beschäftige ich mich in meinem Vortrag.

 

 

 

14.10 Uhr            Migranten mit Demenz und kultursensible Pflege aus ethnologischer Perspektive

Daniela Manke, M.A. EthnologieManke2

Seit einigen Jahren werden Versorgungsangebote für pflegebedürftige ältere Migrantinnen und Migranten ohne und mit Demenz entwickelt. Welche Angebotsformen gibt es und welche Annahmen liegen diesen zugrunde? Inwiefern werden sie von Betroffenen eingefordert und genutzt? Der Vortrag beleuchtet Konzepte wie kultursensible Pflege und Kulturkompetenz. Es wird die Frage aufgeworfen, ob ein „kultureller Blick“ auf das Thema Demenz und Migration notwendig ist.

 

Fazit: Andrea Germann, M.A. Psycholinguistik, Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie, Universität Heidelberg

 

14.50 Uhr - 15.20 Uhr     Kaffeepause


III. Demenz und Alltagsbewältigung

Einführung:  Dipl.-Geront. Stefan Wesselmann

 

15.20 Uhr            Der Umgang mit Technik im Alter: welche Rolle spielen kognitive Fähigkeiten? [Powerpoint-Folien]

Dipl.-Psych. Laura I. SchmidtL_Schmidt2

Anhand einer Stichprobe von älteren Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigung werden Faktoren für erfolgreichen Technikumgang untersucht: Welchen Einfluss haben kognitive Fähigkeiten wie das räumliche Vorstellungsvermögen oder das Kurzzeitgedächtnis auf erfolgreiche Techniknutzung? Welche Rolle spielen Technikerfahrung, Bildungshintergrund, Einstellungen gegenüber Technik oder psychologische Faktoren wie Selbstwirksamkeit (Einschätzung der eigenen Kompetenz, mit Schwierigkeiten zurechtzukommen)?
 

 

15.50 Uhr            Innovative Verfahren zur Erfassung der Alltagskompetenz bei älteren Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen [Powerpoint-Folien]

Dipl.-Psych. Katrin JekelJekel2

Kommt eine Person ohne Hilfe im Alltag zurecht? Kann sie ihre finanziellen Angelegenheiten selbstständig regeln? Kann sie sich alleine versorgen? Diese Einschätzung der Alltagskompetenz ist - neben der Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit - ein wichtiges Kriterium für die Diagnose von demenziellen Erkrankungen. Der Vortrag gibt einen Überblick über traditionelle und neuere Verfahren zur Erfassung von Alltagskompetenz bei älteren Menschen. Aktuelle Ergebnisse aus eigenen Forschungsprojekten werden berichtet.

 

 

16.20 Uhr           Training bei Demenz [Powerpoint-Folien]

Nele Christin Lemke, M.A. Sportwiss.Lemke2

Ein Bewegungsmangel im Alter ist nicht folgenlos: Die körperlichen Funktionen, die Schlüsselqualifikationen für die Aktivitäten des täglichen Lebens sind, werden schneller abgebaut und es droht der Verlust eines selbstständigen Lebens. Zudem kann der Mangel an Bewegung sowohl Ursache für Stürze als auch Symptom einer demenziellen Erkrankung sein. Der Vortrag stellt den Hintergrund zur Trainierbarkeit im Alter dar (Welche funktionellen Verluste treten im Alter auf? Wie kommt es zu Sturzereignissen? Wieso ist körperliches Training im Alter und gerade bei Demenz so wichtig? Was und wie wird trainiert?) und zeigt Übungen zum Erhalt der Alltagsmobilität bzw. zur Sturzprävention. Ziel ist es einen theoretischen Hintergrund für das Thema „Training im Alter und bei demenzieller Erkrankung“ zu vermitteln und den Zuhörern einfache, aber wirkungsvolle Übungen an die Hand zu geben, die größtenteils auch in den Alltag älterer Menschen eingebaut werden können. Ein Training der körperlichen Leistung ist in jedem Alter möglich und wirkungsvoll!

 

Fazit: Dr. Katrin Claßen, Abteilung für Psychologische Alternsforschung, Universität Heidelberg

 

16.50 Uhr - 17.20 Uhr    Umtrunk

 

IV. Ausklang

17.20  Uhr

  • Konrad Beyreuther und Andreas Kruse im Gespräch mit Regisseur David Sieveking („Vergiss mein nicht“)

Kino Gloria, Hauptstr. 146, 69117 Heidelberg
19.30  Uhr (Eintritt 7€)

  • Filmvorführung „Vergiss mein nicht“
    Dokumentarfilm, D 2012, 88 Min.

Zusatztermin: Mi. 17. April, 14.30 Uhr, im Anschluss Diskussion mit Prof. Dr. Konrad Beyreuther

Linkpfeil Kartenreservierung für Filmvorführung "Vergiss mein nicht" im GLORIA: 06221 - 25 319 oder 40 982 (Eintritt: 7€)

 

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Tagungsort

Neue Aula, der Universität Heidelberg, am Universitätsplatz

Link zur Lagekarte der neuen Universität und neuen Aula

Link zur Anreise und Wegbeschreibung (Altstadt / Universitätsplatz)

Kontakt

Netzwerk AlternsfoRschung
Bergheimer Str. 20
69115 Heidelberg

Sekr.: Heike Lovelock
Tel: 06221 / 54 81 01

Teilnahmegebühren für den Kongress werden nicht erhoben. Verpflegung für die Mittags- und Kaffeepause wird gestellt.
Wir bitten Sie, sich vor dem Eintritt in die Neue Aula im Tagungsbüro anzumelden. Dieses ist am 18. April 2013 ab 9 Uhr geöffnet.

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 18.02.2016
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Kongress 2010

Donnerstag, 18. März 2010, 10 – 18 Uhr, Alte Aula der Universität Heidelberg 

Diese Veranstaltung wird von der LPK-Baden-Württemberg mit 6 Fortbildungspunkten akkreditiert

 

Vorwort

Demenz betrifft zahlreiche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und ist damit auch für sehr verschiedenartige wissenschaftliche Disziplinen relevant. Eine Qualifizierung auf dem Gebiet der Demenz muss aus diesem Grunde Lehrinhalte aus den verschiedenartigsten Disziplinen umfassen. Dafür ist es notwendig, entsprechenden wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, der in der Lage ist, das heute noch bestehende Defizit in der Vermittlung demenzbezogener Inhalte zu schließen. Gerade diesem Zweck dient das Graduiertenkolleg Demenz. Die Forschungsergebnisse sollen praxisrelevant sein und zur Theorieentwicklung sowie zur Verbesserung der Versorgungsqualität und –strukturen beitragen. Die Kollegiaten sollen für die Wissenschaft, Praxis und Lehre qualifiziert werden.

Programm (pdf-Datei)

10.00 Eröffnung

  • Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Dieter Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung
  • Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg, Wissenschaftlicher Leiter Graduiertenkolleg Demenz
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther, Direktor Netzwerk AlternsfoRschung der Universität Heidelberg, Wissenschaftlicher Leiter Graduiertenkolleg Demenz

I. Ursachen-Diagnose-Therapie

Einführung: Astrid Söthe-Röck, NAR-Kolleg, Heidelberg

Zusammenfassung: Dr. Elke Ahlsdorf, NAR-Kolleg, Heidelberg

12.10 - 13.10 Mittagspause

II. Ernährung – Sport

Einführung: Silke Stanek, Institut für Gerontologie, Heidelberg

Zusammenfassung: Dr. Andreas Lauenroth, NAR-Kolleg, Heidelberg

III. Technik - Bildung

Einführung: Katrin Claßen, Abteilung für Psychologische Alternsforschung, Universität Heidelberg

Zusammenfassung: Dr. Eva-Marie Kessler, NAR-Kolleg, Heidelberg

15.30 - 16.00 Kaffeepause

IV. Pflege - Rehabilitation

Einführung: Charlotte Berendonk, Institut für Gerontologie, Heidelberg

Zusammenfassung: Marion Bär, NAR-Kolleg, Heidelberg

 

 

Abstracts

Kins

 

Prof. Dr. Stefan Kins
Abteilung Humanbiologie und Humangenetik, Technische Universität Kaiserslautern

Molekulare Grundlagen der Alzheimer Krankheit (Videovortrag 23 min.) 

 

 

 

 

Die häufigste Demenz ist die Alzheimer Demenz. In diesem Vortrag sollen die zellulären und molekularen Veränderungen dargestellt werden, die im Verlauf der Alzheimer Krankheit im Gehirn und innerhalb der Nervenzellen auftreten. Dabei werden zentrale Fragen der aktuellen Alzheimer Forschung besprochen: „Wie entstehen die typischen extra- und intrazellulären Proteinablagerungen?“, „Welche Auswirkungen haben diese auf die Funktionsweise der Nervenzellen?“, und „Welche Funktion haben diese Proteine unter „normalen“ Bedingungen?“. Dieser Vortrag soll das neurobiologische Basiswissen vermitteln, um die komplexeren Fragestellungen der folgenden Vorträge besser einordnen zu können.

 

 

 

Schröder

 

Prof. Dr. Johannes Schröder
Sektion Gerontopsychiatrie, Universitätsklinikum Heidelberg

Neuroimaging in der Demenzforschung (Videovortag 16 min.)

 

 

 

 

 

  

Mit bildgebenden Verfahren, insbesondere den unterschiedlichen Magnetresonanztomographischen Verfahren, können Veränderunegn der Hirnstruktur und -funktion mit hoher Präzision  und weitgehend nebenwirkungsfrei untersucht werden. Schon Anfang der 1990er Jahre beschrieben erste Studien atrophische Verändeurngen von Amygdala und Hippokampus bei beginnender Alzheimer Demenz, ein Befund, der zwischenzeitlich eingang in die klinische Diagnostik fand. Tatsächlich sind erste subtile atrophische Veränderungen schon im Vorfeld der Alzheimer Demenz bei der leichten kognitiven Beeinträchtigung nachweisbar. Diese Veränderungen sind mit den entscheidenden neuropsychologische Defiziten aber auch neurobiologischen Markern korreliert; die dabei beteiligten Mechanismen können mit der funktionellen Magnetresonanztomographie dargestellt werden.

 

 

 

Froelich



Prof. Dr. Lutz Frölich
Abteilung Gerontopsychiatrie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim

Therapie der Alzheimer Krankheit: Evidenzen und Perspektiven (Videovortag 30 min.)

 

 

 

  

 



Eine kausale Therapie mit dem Ziel der Heilung oder Stopp der Progression ist bei Alzheimer Krankheit (AD) derzeit nicht möglich. Trotzdem gibt es wirksame Therapiemassnahmen, die auch dem einzelnen Patienten von Nutzen sind. Die Wirksamkeit von Acetylcholinesterase-hemmern und Memantine wurde für die AD in zahlreichen klinischen Studien belegt und machen diese Substanzen zu Mitteln der ersten Wahl. Sie bewirken eine zeitlich begrenzte Verzögerung der Symptomprogression und manchmal ein befristete Symptombesserung. Eine medikamentöse Therapie der kognitiven Störungen bei AD sollte immer durch nichtmedikamentöse Therapieverfahren ergänzt werden, welche immer die Angehörigen (nahe Pflegepersonen) einbezieht. Falls Verhaltenssymptome vorliegen, werden zu oft Neuroleptika eingesetzt, ohne dass nicht-medikamentöse Therapiestrategienvollständig ausgeschöpft wurden. Viele innovative Therapieansätze werden derzeit erforscht, wobei sehr unterschiedliche Wirkmechanismen verfolgt werden. Die langfristige Versorgung der Demenzenpatienten in der Praxis sollte stadien- und symptom-angepasst erfolgen, wobei der Koordinationsaufwand hierfür erheblich ist. Nur unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten kann das abstrakte Ziel der Optimierung von Lebensqualität für Patienten und pflegenden Angehörigen unter den Belastungen der Erkrankung erreicht werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sieber

 

 

 

 

Prof. Dr. med. Cornel Sieber
Institut für Biomedizin des Alterns, FAU Erlangen-Nürnberg

Ernährungsprobleme bei Demenzkranken (Videovortag 26 min.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


„Man ist, solange man isst“ – gerade beim (multimorbiden) Betagten wird die Malnutrition und die damit verbunden zu implementierenden Substitutionstherapien oft zu einem therapeutischen wie auch ethischen Dilemma. Demenzkranke sind davon ganz speziell betroffen. Betagte Menschen wie auch ihre Umgebung wissen immer mehr ob dieser Problematik und es ist deshalb nicht verwunderlich, dass gerade die kritische Auseinandersetzung mit der Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr oft zentraler Inhalt von Patientenverfügungen ist. Unabhängig davon gibt es auch Daten, dass eine Malnutrition ein Risikofaktor für die Demenzentwicklung per se ist. Dies gilt sowohl für die Alzheimer’sche Demenz wie auch für andere Demenzformen (u.A. die vaskulären Demenzen).Malnutrition als Risikofaktor für die Demenzentwicklung sowie Demenz als Risikofaktor für die Entwicklung einer Malnutrition: Diese interpendenten Faktoren – wie auch entsprechende Interventionsmöglichkeiten – werden im Vortrag angesprochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hauer

 

 

 

 

PD Dr. Klaus Hauer
Bethanien-Krankenhaus, Heidelberg

Effekte körperlichen Trainings bei demenzieller Erkrankung (Videovortag 27 min.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisse von großen Altersstudien liefern Hinweise auf die positive Wirkung von körperlicher Aktivität auf die körperliche Leistungsfähigkeit, überraschenderweise auch auf  die geistige Leistung und das psychische Wohlbefinden älterer Menschen. Präventive und rehabilitative Ansätze durch körperliches Training sind jedoch bei Patienten mit demenzieller Erkrankung bislang wenig untersucht, obwohl diese Patientengruppe besonders betroffen ist, überdurchschnittliche motorische und geistige Leistungseinbußen aufweist und zudem überdurchschnittlich oft psychische Probleme auftreten.

Ergebnisse einer großen Trainingsstudie am Bethanien-Krankenhaus zeigen vielversprechende und vielseitige Wirkungen eines intensiven körperlichen Trainings bei Patienten mit beginnender bis mittelgradiger Demenz. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines Trainingansatzes, der speziell auf die besonderen Anforderungen demenziell Erkrankter eingeht,  gezielt verbliebene Leistungen erhält oder sogar wieder erfolgreich aufbaut und die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen verbessert.

 

 

 

Wahl

 

 

 

 

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl
Abteilung für Psychologische Alternsforschung, Universität Heidelberg

Demenz und Technik: Potenziale und Grenzen (Videovortag 26 min.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den letzten Jahren sind in deutlicher Weise neue Trends in der Sichtweise und im Umgang mit demenziellen Erkrankungen zu beobachten. Auf der einen Seite hat der Aspekt der Lebensqualität und die Suche nach neuen Verstehensdimensionen jenseits einer primär krankheits-, symptom- und funktionsbezogenen Betrachtung an Bedeutung gewonnen. Auf der anderen Seite wurden zunehmend Arbeiten zur Rolle von Technik bei Demenz vorgelegt. Beide Trends werden bisweilen als widerstrebend betrachtet, d.h. der "warmen" Lebensqualitätsarbeit und dem Streben nach einem tieferen Verstehen von an Demenz erkrankten Menschen wird die "kalte" Technikanwendung gegenübergestellt. Dieser Beitrag geht von diesen Sichtweisen aus und argumentiert, dass es sich hier um durchaus vereinbare, ja synergiereiche Positionen handelt. Es werden hierzu neueste Befunde einschließlich eigener Forschungsarbeiten dargelegt.

Im zweiten Teil des Vortrags sollen "kontrollierte Visionen" der Potenziale (und Grenzen) von Technologie im Zusammenhang mit demenziellen Erkrankungen entwickelt werden. Ferner wird nach Implikationen für die Aus- und Weiterbildung gefragt, wobei Professionelle, Entwickler und Industrie, Angehörige und die Älteren selbst gleichermaßen angesprochen werden müssen. Abschließend wird herausgearbeitet, inwiefern im Rahmen des Promotionskollegs Demenz der Robert-Bosch-Stiftung zu der Thematik ein bedeutsamer Beitrag geleistet werden kann.

 

 

Tippelt

 

 

 

 

Prof. Dr. Rudolf Tippelt
Allgemeine Pädagogik und Bildungsforschung,LMU München

Lernen im höheren Erwachsenenalter - Ergebnisse und Perspektiven der Bildungsforschung (Videovortag 32 min.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Plastizität kognitiver Entwicklung und die bis ins hohe Alter bestehende Lernfähigkeit sind zentraler Ausgangspunkt bildungswissenschaftlicher Forschungen zum Lernen im Alter. Auf Basis eines empirischen Forschungsprojekts werden Bildungsverhalten, -interessen und -barrieren älterer Erwachsener und insbesondere der 75 bis 80-Jährigen dargestellt. Dabei sind neben organisierten Bildungsangeboten auch informelle Bildungsaktivitäten in den Blick zu nehmen, wie sie gerade für Hochbetagte eine wichtige Rolle spielen. Bildung wird insgesamt als Beitrag zu einem aktiven Altern verstanden und auf die Bedeutung von Bildungsprozessen für den Erhalt kognitiver Leistungsfähigkeit und gesundheitlichen Wohlbefindens wird verwiesen. Dennoch zeigt sich auch für die Hochbetagten ein markanter Einfluss früher Bildungserfahrungen (insbesondere Schule), vorangegangener Lebensphasen und aktueller Lebensumstände auf die Offenheit und Bereitschaft an Bildungsangeboten zu partizipieren. Auf die sich aus den genannten Faktoren ebenfalls ergebende Heterogenität der Erwartungen Älterer (nach Bildung, Geschlecht, Altersbild und früherem Erwerbsstatus) an Bildungsangebote ergeben sich besondere Herausforderungen für die Erwachsenenbildung

 

 

 

 

Behrens

 

 

Prof. Dr. Johann Behrens
Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Universität Halle-Wittenberg

Autonome Teilhabe als Ziel von Pflege und Therapie (Videovortag 24 min.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autonomie wird zu häufig mit Autarkie verwechselt, Selbstbestimmung und elbstverantwortung zu häufig mit Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Dabei ist Selbständigkeit nur ein – und ein weder in der Kindheit noch im höchsten Alter, noch in Krankheit und genaugenommen auch nicht in den Jahren dazwischen hinreichend vorhandenes – Mittel zur Autonomie, keineswegs die Autonomie selber. Das Ziel ist Autonomie bei wachsender Abhängigkeit und Vulnerabilität. Menschen, die unter fortgeschrittenen Demenzen leiden, können sich sprachlich oft nicht mehr gut verständlich machen und Missverständnisse nicht mehr gut berichtigen, aber sie hören nicht auf, zu wollen und unter mangelnder Autonomie zu leiden. Aufbauend auf den pflege- und kommunikationswissenschaftlichen Vorarbeiten des Institutes (Katharina Sadowski, Gudrun Roling, Stephanie Hanns, Melanie Beyrodt, Marcus Waselewski, Markus Zimmermann, Matthias Hoben) zum interaktionsbezogenen, leiblichen Ausdrucksverstehen von Personen mit Demenz und zu arbeitsteiligen Pflegeprozessen (Juliet Corbin / Anselm Strauss) wird es darum gehen, zukünftig nicht nur diese Kenntnisse evidencebasierter, verstehender Pflege zu erweitern, sondern auch zu begreifen, warum sie so schwer in die Praxis Eingang finden. Implementionsforschung ist ein entscheidender Teil von Interventionsforschung. Denn alltäglich haben Mitglieder der Pflegeprofession, die Personen mit Demenz pflegen, sich ambulant oder stationär mit mindestens fünf Gruppen in Beziehung zu setzen: den Personen mit Demenz, ihren Familienangehörigen, bezahlten Helferinnen, den Trägerorganisationen und – nicht immer, aber zunehmend - ‚Ehrenamtlichen’ bzw. ‚bürgerschaftlich Engagierten’. Diese fünffache systemische Beziehungsarbeit stellt hohe empathische, organisationsstrategische, fachliche und didaktische Anforderungen an Fachpflegende, die schnell zu Überforderungsgefühlen führen können und so das sensible Beziehungsgleichgewicht stören, wie die Voruntersuchungen in Halle zeigen. Daran scheitern mögliche Arbeitsbündnisse nicht nur zu Hause, sondern auch im Heim.

 

 

 

 

 

 

Remmers

 

 

Prof. Dr. Hartmut Remmers
Fachbereich Humanwissenschaften/Pflegewissenschaften, Universität Osnabrück

Der demenzkranke Mensch als Palliativpatient – pflegewissenschaftliche Perspektiven (Videovortag 27 min.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einer strengen Auslegung der einschlägigen WHO-Leitdefinition zufolge kann auch der Demenz-Patient von einem bestimmten, nicht erst terminalen Krankheitsstadium an, wenn möglicherweise eine maligne Tumorerkrankung hinzu tritt, als Palliativpatient klassifiziert werden. Ein naturgemäß großes Problem der Betreuung und Versorgung dieses Patientenkreises besteht in einem das Schmerzerleben präzise erfassenden Assessment als Basis einer guten, kompetenten Schmerzbehandlung. Bekanntlich können Menschen mit fortgeschrittener Demenz aber auf Grund eines veränderten Körpererlebens Schmerzen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr lokalisieren. Hinzu kommt, dass auch die Kommunizierbarkeit subjektiver Leidensphänomene nicht nur von Schmerz, sondern auch von Angst und seelischer Not bei erheblich vermindertem bzw. völlig verloren gegangenem sprachlichen Mitteilungsvermögen dieser Patienten auf die Sphäre eines unmittelbar leiblichen Ausdrucksverhaltens konzentriert ist. Es kommt deshalb dem auf genau diese Sphäre bezogenen leiblichen Erfahrungs- und Deutungswissen professioneller Helfer eine sehr gewichtige Funktion in Gestalt eines sinnlich differenzierten Wahrnehmungs- und Urteilsvermögens zu. Vor diesem Aufgaben- und Qualifikationshintergrund ist bei der Entwicklung pflegewissenschaftlicher Betreuungs- und Versorgungskonzepte demenzkranker Menschen auch im palliativen Bereich von der grundlegenden empirischen Einsicht auszugehen, dass die Fähigkeit zum Erleben und zum Ausdruck vielfältiger Emotionen eine zentrale Ressource dieses Personenkreises auch noch im fortgeschrittenen Stadium ihrer Erkrankung darstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kruse

 

 

Prof. Dr. Andreas Kruse
Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg

Förderung der Selbstaktualisierung bei Demenz als Aufgabe der Interventionsgerontologie (Videovortag 31 min.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dem Vortrag liegt ein Menschenbild zugrunde, das von sehr unterschiedlichen Qualitäten der Person ausgeht. In einer ersten Annäherung ist zu unterscheiden zwischen kognitiven, emotionalen, empfindungsbezogenen, sozialkommunikativen und alltagspraktischen Qualitäten. Jede dieser Qualitäten bildet die Grundlage für den Prozess der Selbstaktualisierung, der verstanden wird als die dem Psychischen innewohnende Tendenz, sich auszudrücken, sich mitzuteilen, sich zu differenzieren. Es wird angenommen, dass diese Tendenz zur Selbstaktualisierung besteht, solange Psychisches existiert. Somit ist unserer Annahme zufolge auch bei demenzkranken Menschen von der Möglichkeit der Selbstaktualisierung auszugehen. Der Vortrag geht auf die theoretischen Grundlagen des Konstrukts ein und berichtet Befunde aus mehreren empirischen Untersuchungen, die auf die Tendenz zur Selbstaktualisierung deuten; dabei wird deutlich, dass ein kognitivistisches Menschenbild, welches primär oder sogar ausschließlich die kognitiven Qualitäten einer Person betont, gerade bei der Begleitung demenzkranker Menschen seine Grenzen offenbart.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 18.07.2017
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