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NAR-Seminar I Demenz – Literarisch und Ethisch betrachtet

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27. Juli 2017, 17-19 Uhr, Universität Heidelberg am Universitätsplatz, Neue Aula, Grabengasse 3, 69117 Heidelberg

 

Heinrichs KlProf. Dr. Bert Heinrichs, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Ethik und Demenz. Zum ethischen Umgang mit demenziellen Erkrankten

Die Frage nach einem ethisch angemessenen Umgang mit Menschen, die an demenziellen Erkrankungen leiden, ist vielschichtig und komplex. Eine Annäherung kann zunächst über solche Prinzipien erfolgen, an denen wir uns im Umgang mit Personen üblicherweise orientieren. Allerdings wird in der neueren Philosophie die Frage intensiv diskutiert, ob Menschsein und Personsein notwendigerweise in eins fallen. Es scheint, dass, gerade weil die gängige interpersonale Zuschreibungspraxis auf Menschen mit demenziellen Erkrankungen nicht ohne Weiteres anwendbar ist, die Frage nach einem ethisch angemessenen Umgang mit ihnen so schwierig zu beantworten ist.

 

 

Germann NewsletterAndrea Germann, M.A., Netzwerk AlternsfoRschung, Universität Heidelberg

Bilder von Demenz in der Schönen Literatur

Jede Krankheit, jeder Kranke hat eine Geschichte zu erzählen, immer eine neue, eine andere Geschichte, aus der wir lernen können. Demenz wird oft mit dem Vergessen, mit Angst, gar mit demütigenden Bildern verbunden. Eine Krankheit, die vieles in Frage stellt, die uns vieles wegnimmt, die Fähigkeit zu denken, sich zu erinnern, – was uns als Menschen ausmacht, worüber wir uns definieren. Somit bieten sowohl fiktionale Texte als auch Berichte von Angehörigen eine einzigartige Gelegenheit, diese Erkrankung zu erforschen, und zwar aus der Sicht der Angehörigen als auch aus der Sicht der Erkrankten.

 

 

   Podiumsdiskussion I Moderation Andrea Germann
   mit Andreas Wenderoth, Autor und Journalist und Zora Debrunner, Autorin und Bloggerin

 

WenderothDer Journalist Andreas Wenderoth hat mit seinem Buch „Ein halber Held. Mein Vater und das Vergessen“ seinem dementen Vater ein Denkmal in Buchstaben gesetzt. Beim stufenweisen Abschied vom geliebten Vater kommen sich beide noch einmal sehr nahe, empfinden neben allen Schmerzen, die Krankheit mit sich bringt, zusammen auch Glück und an guten Tagen sogar Spaß. Auf einfühlsame Weise werden dabei auch die kreativen Seiten der Krankheit geschildert, die sich von der herkömmlichen, rein pathologischen Wahrnehmung deutlich abheben.

 

 

 

 

 

DebrunnerZora Debrunner, Schreiben als Ventil: Demenz für Anfänger. Angehörige von Demenzkranken sind bei der Bewältigung des Verlusts auf sich alleine gestellt, oft über Jahre. Denn man verliert den geliebten Menschen nicht erst durch seinen Tod, sondern kontinuierlich. Was es bedeutet, als Sohn, Tochter, Partnerin oder Partner langsam aber immer häufiger „vergessen“ zu werden, können wohl nur Betroffene selbst nachvollziehen. Literatur ist allgemein ein Mittel, sich mitzuteilen und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Das gilt auch im Speziellen beim Umgang mit Demenz. Denn das Schreiben gibt Angehörigen die Möglichkeit, sich wieder an das zu erinnern, was einmal war und was man langsam verliert. Und es macht die eigenen Gefühle, die man vielleicht nicht aussprechen kann, fassbar.

 

 

 

 

Moderation I Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Beyreuther

Minipfeil Rotflyer

 Minipfeil Rotzum Interview  I Prof. Dr. Bert Heinrichs

 Minipfeil Rotzum Interview I Andreas Wenderoth
 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 21.08.2017
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