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NAR-Seminar: Herz

06. Juni 2008, Neue Universität, Neue Aula

 

Hugo Katus

 

Prof. Dr. Hugo Katus
Medizinische Klinik, Abt. Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg

Wenn das Leben am seidenen Faden hängt (Videovortrag 42 min.)

 

 

 

Mit zunehmendem Alter entwickeln sich spezifische Erkrankungen am Herzen, die durch die lebenslange Belastung des Herzens und mangelnde Regenerationsfähigkeit von Herzmuskel und Gefäßwand bedingt sind. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Herzmuskelschwäche, Gefäß- und Herzklappenverkalkung sowie Herzrhythmusstörungen zu den mit Abstand häufigsten Erkrankungen des älteren Menschen gehören.

Die Häufigkeit der Herzinsuffizienz steigt mit zunehmendem Lebensalter dramatisch an. So leidet nahezu die Hälfte aller 80 Jährigen an einer Herzschwäche. Die verminderte Kraftreserve des alternden Herzens kann auch daran ermessen werden, dass extreme körperliche Bedrohung und psychische Überlastung zu einem plötzlichen Herzversagen führen können. Diese Beobachtung unterstützt somit die Aussage, dass alleine durch extreme emotionale Belastung „das Herz vor Schmerz brechen“ kann. Im ersten Teil sollen deshalb neue Erkenntnisse zur Ursache und Behandlung der Herzschwäche diskutiert werden.

Die Verkalkung der Gefäße und Herzklappen im Alter stellt eine therapeutische Herausforderung dar. In den letzten Jahren aber wurden auch hier bahnbrechende Neuerungen in die klinische Routine eingeführt. Massive Verkalkungen der Herzkranzgefäße können mit einem Mikrobohrer -vergleichbar der zahnärztlichen Praxis- während eines Herzkatheters entfernt werden. Inzwischen ist es auch möglich, eine verkalkte Herzklappe ohne Operation im Herzkatheterlabor zu ersetzen. Im zweiten Teil sollen deshalb die Besonderheiten der Verkalkung von Gefäßen und Herzklappen diskutiert und in einem virtuellen Ausflug in das Katheterlabor neue Techniken der Behandlung beim älteren Patienten erläutert werden.

Rhythmusstörungen schließlich sind die dritte Achillesferse des alternden Herzens. Sowohl das Vorhofflimmern (Stolperherz) wie auch ein zu langsamer Herzschlag durch Alterung des Reizleitungssystems (Herzblock) sind typische Probleme des alternden Herzens. Auch hier wurden in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt. Heute kann Vorhofflimmern im Katheterlabor durch gezielte Vernarbung von Vorhofgewebe geheilt werden. Auch die Schrittmachersysteme sind so weit entwickelt, dass nicht nur der Herzrhythmus wieder hergestellt, sondern gleichzeitig auch wichtige Körperfunktionen überwacht werden können. Im letzten Teil soll deshalb ein grundlegendes Verständnis für die Ursachen und Bedeutung von Herzrhythmusstörungen und die neuen Therapie- und Überwachungsmöglichkeiten geschaffen werden.

 

 

Klaus Hauer

 

PD Dr. Klaus Hauer
Bethanien-Krankenhaus, Geriatrisches Zentrum Heidelberg

Der Geist ist willig, das Herz ist schwach - Körperliches Training bei Herzpatienten? (Videovortrag 40 min.)

 

 

 

Langzeituntersuchungen und Therapiestudien zeigen: körperliches Training bei Patienten mit Herzerkrankungen verbessert die Leistungsfähigkeit, greift durch unterschiedliche Mechanismen positiv in das Krankheitsverlauf ein und kann sogar das Leben verlängern. Dem stehen Meldungen über z.T. tödliche Zwischenfälle beim Sport gerade bei vorgeschädigten Patienten gegenüber. Wie ist mein persönliches Risikoprofil einzuschätzen und wie kann ich effektiv aber ohne erhöhtes Risiko trainieren? Wie hoch sollte die „Trainingsdosis“ sein? Stellen Sie uns Fragen, die Ihnen persönlich auf dem Herzen liegen in der anschließenden Diskussionsrunde.

 

 

Silke Leopold

 

Prof. Dr. Silke Leopold
Musikwissenschaftliches Institut, Universität Heidelberg

Herz und Mund und Tat und Leben - Was die Musik über das Herz verrät (Videovortrag 32 min.)

 

 

 

Die alte Überzeugung, daß das Herz nicht nur ein Muskel, sondern auch der Sitz der Gefühle und Leidenschaften sei, hat bis heute, wo sich Herz immer noch auf Schmerz reimt, wenig an Aktualität verloren. Und die Musik kann, als Sprache der Emotionen, hörbar machen, was das Herz in seinem Innersten bewegt. Das Herz spielt nicht nur in Liebesliedern und in der Oper eine wichtige Rolle, sondern auch in der religiösen Musik An Beispielen von Monteverdi und Mozart, von Händel und Bach, von Schütz und Schubert soll gezeigt werden, mit welcher Inbrunst und Zärtlichkeit die Musik den Worten und Gefühlen Ausdruck verleihen kann. "Herz und Mund und Tat und Leben" (so der Titel einer Kantate von Johann Sebastian Bach) machen – in der Summe – den ganzen Menschen aus.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 06.11.2012
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