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NAR-Seminar: Gebrechlichkeit im Alter

Do, 27. Februar 2014, 17 - 19 Uhr, Neue Universität, Hörsaal 13, Heidelberg

 

Burkhardt Heinrich

 

PD Dr. Heinrich Burkhardt
IV. Medizinische Klinik - Geriatrie, Universitätsklinikum Mannheim

Die klinische Bedeutung des Gebrechlichkeits-Syndroms – eine geriatrische Perspektive [Video], [Folien]

 

 

 

Ein wichtiger Aspekt von Krankheit ist die Einschränkung der Alltagskompetenz, welche letztlich die Morbidität des Patienten, seine Lebensqualität aber auch die Mortalität dieser Patienten zumindest mitbestimmt. Dies gilt in besonderem Maße für ältere Menschen, die im Rahmen des Alterungsprozesses zunehmend an Muskelkraft und Beweglichkeit verlieren. Diesen Teilaspekt der Alterung benennt man aus funktioneller Sicht Gebrechlichkeit oder Frailty. In den letzten Jahren ist es gelungen dieses Gebrechlichkeitssyndrom nicht nur klinisch sondern auch von Seiten der pathogenetischen Kaskaden besser zu beschreiben. Dies führte zu einer verfeinerten Diagnostik bez. der Risiko-Nutzen-Relation medizinischer Maßnahmen und auch zur besseren Planung und Umsetzung möglicher Interventionen. Im Rahmen einer zunehmend individualisierten Medizin ist daher Frailty / Gebrechlichkeit einer der bedeutendsten Aspekte weit über die Kerngebiete der Geriatrie hinaus.

 

 

Brenner

 

Prof. Dr. Hermann Brenner 
Abt. für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung, DKFZ

Gebrechlichkeit im Alter Häufigkeit, Risikofaktoren und Schutzfaktoren [Video], [Folien]

 

 

 

Wie häufig ist die Gebrechlichkeit im Alter? Wie stark nimmt die Häufigkeit mit dem Alter zu? Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen? Welche weiteren Risikofaktoren oder Schutzfaktoren spielen eine Rolle? Was kann man zur Vorbeugung tun? Diese und ähnliche Fragen untersucht ein Verbund von Wissenschaftlern aus Heidelberg in der ESTHER Studie. In dieser epidemiologischen Längsschnittstudie werden seit dem Jahr 2000 fast 10,000 ältere Menschen regelmäßig befragt und untersucht. Der Vortrag stellt die aktuellsten Ergebnisse vor und vergleicht sie mit Ergebnissen aus anderen Ländern.

 

 

Kruse

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse
Institut für Gerontologie, Universität Heidelberg

Entwicklungsmöglichkeiten und Entwicklungsgrenzen in der Verletzlichkeit eine anthropologische und psychologische Annäherung an die Gebrechlichkeit im Alter [Video], [Folien]

 

 

Der Vortrag betrachtet die Verletzlichkeit im hohen und höchsten Alter zunächst aus der Perspektive der Bewältigung: Er zeigt am Beispiel einer gerade abgeschlossenen Studie (N= 360, Altersbereich: 85-98 Jahre) die Lebensstrukturen und verschiedenen Formen der Belastungsbewältigung auf und thematisiert dabei auch Möglichkeiten der klinisch-psychologischen Intervention. In einem zweiten Schritt zeigt er die Bedeutung der Teilhabe für die Entwicklung des Selbst in Phasen hoher Verletzlichkeit auf. Die wichtigste Form der Teilhabe ist in der Mitverantwortung für andere Menschen (bevorzugt nachfolgender Generationen) und der Wissensweitergabe zu sehen. Hochbetagte Menschen begreifen sich vielfach als aktiver Teil einer Sorgestruktur: Gelegenheitsstrukturen für den Dialog zwischen den Generationen zu schaffen.

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 24.03.2015
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