NAR-Kollegiaten

Kurzlebenslauf

Alina Vandenbergh

Alina Vandenbergh

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Fellows: Prof. Dr. Rainer Sauerborn

 

Die Rolle des Hausarztes in der Prävention hitzebedingter Gesundheitsrisiken älterer Menschen in Baden-Württemberg

Hintergrund

Mit Blick auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels, sind die Auswirkungen von Hitzewellen auf den Menschen bereits seit einigen Jahren Gegenstand der Klimafolgenforschung. Im 2012 veröffentlichten Bericht des Weltklimarats (IPCC) wird es als sehr wahrscheinlich eingestuft, dass Dauer, Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zunehmen werde n (IPCC 2012). Hitzewellen führen nachgewiesenermaßen zu einer Steigerung der Morbidität und Mortalität in der Bevölkerung (Astrom et al., 2011). Menschen, die 75 Jahre oder älter sind, werden als besonders vulnerabel gegenüber Hitzewellen eingestuft(Jendritzky et al., 2005). Risikofaktoren, die die Vulnerabilität gegenüber extremen Hitzeereignissen erhöhen, sind beispielsweise chronische kardiovaskuläre oder respiratorische Erkrankungen sowie eingeschränkte Mobilität und Demenz (Hajat et al., 2010).

Nach der Hitzewelle in Europa im August 2003, die allein in Deutschland zu etwa 7000 Todesfällen geführt hat(Becker, Bucher et al. 2007), haben die meisten europäischen Länder Hitzewarnsysteme eingeführt. Im 2010 von der Bundesregierung verabschiedeten „Aktionsplan Anpassung an den Klimawandel“ wird die Optimierung der deutschen Hitzewarnsysteme angestrebt(Bundesregierung 2011). Das Hitzewarnsystem in Baden-Württemberg (BW) gibt derzeit die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an alle Pflegeeinrichtungen des Landes weiter(Gebhardt & Höpker, 2012).  Außerdem werden Hitzewarnungen über das Internet und andere Medien kommuniziert. Andere europäische Hitzewarnsysteme und Empfehlungen der WHO geben Beispiele, wie auch Hausärzte (HÄ) zur Prävention von hitzebedingten Gesundheitsschäden (hbG) beitragen können(Matthies et al., 2008; 2012). Bisher ist fraglich, inwiefern diese Maßnahmen erfolgreich implementiert werden können.

 

Zielsetzung und Methodik

Ziel dieses Forschungsprojekts ist es Empfehlungen für implementierbare Maßnahmen zur Prävention von hbG älterer Menschen in der Hausarzt - Praxis in BW zu entwickeln. Dazu werden zuerst mögliche Präventionsmaßnahmen in einer Dokumentenanalyse (Hitzeaktionspläne, WHO-Ratgeber, Literatur) identifiziert. Um herauszufinden wie aus Sicht der Hausärzte die Chancen sind, diese Maßnahmen erfolgreich umzusetzen, werden daraufhin 24 problemzentrierte, halb-strukturierte Interviews mit HÄ durchgeführt. Die Stichprobenauswahl  erfolgte zielgerichtet nach Geschlecht, Alter und Praxislage (Stadt/Land). Die Interviews richten sich an folgenden Hauptthemen aus:

  • Hitzebedingte Gesundheitsschäden: Problemwahrnehmung und Kenntnisse
  • Präventionsmaßnahmen I: aktuelles Vorgehen, Kenntnisse, Erfahrungen
  • Präventionsmaßnahmen II: Notwendigkeit, Nützlichkeit, Durchführbarkeit weiterführender  

Die Interviews werden transkribiert und nach qualitativer Inhaltsanalyse (Mayring) mit der Software NVivo ausgewertet, um zu einer abschließenden Einschätzung zu kommen.

 

Literatur:

  • Astrom, D. O., Forsberg, B., & Rocklov, J. (2011). Heat wave impact on morbidity and mortality in the elderly population: a review of recent studies. [Research Support, Non-U.S. Gov't Review]. Maturitas, 69(2), 99-105. doi: 10.1016/j.maturitas.2011.03.008
  • Becker, P., Bucher, K., Grätz, A., Koppe, C., & Laschewski, G. (2007). Das medizin-meteorologische Informationsangebot für den Gesundheitssektor und die Öffentlichkeit. Promet  Biometeorologie des Menschen, 33(3/4), 140 - 147.
  • Bundesregierung. (2011). Aktionsplan zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel.  Berlin.
  • Gebhardt, D. H., & Höpker, D. K. (2012). Klimawandel in Baden-Wuerttemberg - Infoheft. In K. u. E. B.-W. Ministerium für Umwelt & M. u. N. B. LUBW (Landesanstalt für Umwelt (Eds.), (pp. 12-15 ). Stuttgart.
  • Gov. Italy. (2012). Piano operativo regionale di intervento per la prevenzione degli effetti sulla salute delle ondate di calore - Hitzewarnsystem der Region Lazio, Italien.
  • Hajat, S., O'Connor, M., & Kosatsky, T. (2010). Health effects of hot weather: from awareness of risk factors to effective health protection. [Research Support, Non-U.S. Gov't Review]. Lancet, 375(9717), 856-863. doi: 10.1016/s01406736(09)61711-6
  • IPCC. (2012). Managing the risks of extreme events and disasters to advance climate change adaptation: special report of the Intergovernmental Panel on Climate Change: Intergovernmental Panel on Climate Change.
  • Jendritzky, G., Koppe, C., & Holst, T. (2005). KLARA, Klimawandel - Auswirkungen, Risiken, Anpassung in Baden-Württemberg M. Stock & F.-W. Gerstengarbe (Eds.),  
  • Kovats, R. S., & Kristie, L. E. (2006). Heatwaves and public health in Europe. The European Journal of Public Health, 16(6), 592-599.
  • Lowe, D., Ebi, K. L., & Forsberg, B. (2011). Heatwave early warning systems and adaptation advice to reduce human health consequences of heatwaves. [Research Support, Non-U.S. Gov't Review]. Int J Environ Res Public Health, 8(12), 4623-4648. doi: 10.3390/ijerph8124623
  • Matthies, F., Bickler, G., & Marin, N. C. (2008). Heat-health action plans: guidance: Who.
  • Meehl, G. A., & Tebaldi, C. (2004). More intense, more frequent, and longer lasting heat waves in the 21st century. Science, 305(5686), 994-997. doi: 10.1126/science.1098704.

 

 Kurzlebenslauf

seit 10/2008 Studentin der Humanmedizin an der Universität Heidelberg
seit 9/2012 Stipendiatin des NAR-Kollegs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Letzte Änderung: 05.02.2014
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